Das Abgrenzungsproblem von Enterprise 2.0 Medien

[quote]Soll ich meine Information twittern, bloggen oder doch lieber einen Wiki Eintrag dazu verfassen?[/quote]

 

Durch Blogs und Microblogging bei unternehmensinternen Twitter/Facebook Diensten stehen im Kontext von Enterprise 2.0 zwei mächtige Tools für einfache Kollaboration und Wissensmanagement bereit.

 

 

Protokollieren Mitarbeiter Meetings und aktuelle Tätigkeit in Blogs, stehen diese Informationen für alle Teammitglieder an zentraler Stelle zur Verfügung. Typisch für die logbuchartigen Beiträge können die Artikel im Blog auch nach Jahren noch in chronologischer Reihenfolge abgerufen werden und bieten so einen Einblick in die sonst längst vergessenen Tätigkeiten, Erkenntnisse und Meetings.

 

Ähnlich gut lässt sich das von Facebook und Twitter bekannte Microblogging zu Zwecken des Wissensmanagements einsetzen: Teilen Mitarbeiter ihre „Statusupdates“ in einem Facebook-ähnlichem Social Intranet, entsteht ein Überblick, an was Kollegen gerade arbeiten. Synergien werden schnell aufgedeckt, Doppelarbeit vermieden. Durch Antworten auf einen Beitrag einsteht eine schnelle, einfache Kollaborationsplattform, die der herkömmlichen E-Mail schon allein wegen dem größeren Adressatenkreis weit überlegen ist.

 

 

Auf ähnliche Weise lassen sich Argumente für die Existenzberechtigung von Wikis, Content Management Systemen und Chats im modernen Intranet finden.

 

Bei der Flut an neuen Kommunikationsmitteln wird allerdings gern die Frage nach der Abgrenzung dieser übersprungen. Wie soll ein engagierter Mitarbeiter nun entscheiden, ob er das gerade abgeschlossene Meeting in einem Blogbeitrag dokumentieren oder einen Wikieintrag dazu erstellen soll? Woher weiß man, ob der Gewinn einer interessanten Erkenntnis ein Statusupdate oder einen Blogeintrag wert ist?

 

Leider führt diese Frage in ein Dilemma:

Eine klare Regelung dieser Abgrenzung „von Oben herab“ scheint nicht möglich, da Social Media „von unten“ gelebt werden muss: Bestimmt das Management, was genau im Social Intranet gepostet wird, dämmt das die Motivation, überhaupt etwas zu teilen und fördert die Nutzung von „alten“ Kommunikationsmedien,wie der E-Mail. Unbekannte Potentiale bleiben unentdeckt, ebenso scheint der Nutzen für das Wissensmanagement nicht vollends ausgeschöpft.

Wird wiederum keine klare Verwendung der neu im Unternehmen bereitgestellten Medien definiert, ist das große Durcheinander vorherbestimmt: Blogs, die zur längerfristigen Archivierung von Inhalten bestimmt waren, werden durch unwichtige Notizen geflutet. Die schnell vergessende Microblogging Plattform wird zum wichtigen Wissensträger.

Doch wie umgeht man nun das Problem?

Grundvoraussetzung hierfür ist sicherlich eine gute technische Integration: Ist jedes der bereitgestellten Medien gleich einfach zu bedienen und über den gleichen Zugang zu erreichen, so wird zumindest eine Bevorzugung zwecks Usability vermieden.

Die weitere Verwendung kann nur durch geschickt formulierte Leitfäden zur Benutzung sowie durch Führungskräfte vorgelebte Best Practices gelenkt werden. Beispiele helfen, den Mitarbeitern ein besseres Gefühl für „das richtige“ Medium zu geben. Das Einschreiten durch feste Regelungen scheint nur sinnvoll, wenn sich die Verwendung der Kommunikationskanäle über einen längeren Zeitraum in eine ungewollte Richtung entwickelt.

 

 
[author] [author_image timthumb=’on‘]http://biogoo.org/new/wp-content/uploads/2011/05/profil_seite_formell_200px.jpg[/author_image] [author_info]Mein Name ist Ulrich Lichtenegger, ich bin Wirtschaftsinformatik-Student an der Uni Passau und beschäftige mich neben Social-Media noch mit Wissensmanagement, Web Technologien und PowerLab.  
Dieser Artikel entstand während meiner Bachelorarbeit zum Thema Wissensmanagement.
[/author_info][/author]

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